Bortles Prognose: Komet ISON mit -6mag. und einem 45° Riesenschweif?

Komet ISON, (c) Damian PeachNach Meinung des Kometenexperten John Bortle wird sich Komet ISON am morgendlichen Herbsthimmel zunächst langsamer entwickeln als erhofft, bevor er für das bloße Auge sichtbar wird. Bortle sagt eine maximale Helligkeit von -6mag. für ISON in Sonnennähe voraus. Und: Sollte der Komet seine enge Sonnenpassage überstehen, dann könne man in der Woche nach dem Perihel einen Kometenschweif von vielleicht 30° bis 45° am Himmel sehen.

Foto oben: Komet ISON zeigte am 02. März 2013 bereits einen Kometenschweif in 700 Mio. km Entfernung (c) D.Peach

John Bortle ist bekannt für seine vorsichtigen Prognosen, die durchaus auch auf einigen Erfahrungen bezüglich mutmaßlich heller Kometen beruhen. Kometen verhalten sich nun einmal unberechenbar und ISONs Verhalten ist derzeit noch viel ungewisser, besucht er das innere Sonnensystem doch vermutlich das erste Mal und niemand weiß genau, welche Aktivität er in Sonnennähe entfalten kann. Zuverlässige Prognosen sind momentan kaum möglich. Die Astronomen beobachten ISONs Annäherung daher sehr genau, um weitere Daten zu sammeln, die als Grundlage einer neuen Vorhersage dienen.

John Bortle wagt dennoch schon jetzt eine Prognose. Er geht davon aus, dass ISON rund 1-2 Wochen vor seiner größten Sonnennähe, am 28. November, für das bloße Auge sichtbar sein wird. Die maximale Helligkeit von -6mag. würde ISON für einen Zeitraum von einigen Stunden erreichen, meint Bortle. Andere Experten sind anderer Meinung und halten eine maximale Helligkeit von -10 oder sogar -12mag. durchaus für möglich. Da ISON in der Nähe der Sonne steht ist eine Beobachtung in dieser Phase allerdings schwierig und nicht ungefährlich.

Falls der Komet seine Annäherung an die Sonne übersteht, also nicht auseinanderbricht und verdampft, wird man ihn ab dem 29. November und in den nächsten Monaten weiter beobachten können. ISON entfernt sich dann wieder von der Sonne, gewinnt auch am Himmel einen immer größeren Abstand zu ihr, wird leichter beobachtbar und nähert sich auch der Erde. Die Länge seines Staubschweifes würde nach dem Perihel weiter wachsen und könnte eine Länge von 30-45° erreichen, vielleicht sogar mehr! Bortle schätzt den Zeitraum einer guten Sichtbarkeit dabei auf 7-10 Tage nach ISONs extremer Sonnennähe.

Seine Sichtbarkeit geht für das bloße Auge im Dezember weiter zurück. ISON bleibt im Fernglas, Teleskop (mein Teleskop-Tipp) und natürlich auch fotografisch ein sehr lohnendes Beobachtungsobjekt.

Genauere Helligkeitsprognosen für ISON sind nicht vor September zu erwarten, wenn der Komet schon eine größere Aktivität und Helligkeit entwickelt haben sollte, die ihn ab Oktober/November schließlich auch für das bloße Auge sichtbar werden lässt. Ob ISON das Zeug für einen echten ‘Jahrhundertkomet‘ haben wird, bleibt also noch abzuwarten.  – Bleiben Sie neugierig!

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