Hobby Astronomie: Ein lichtstarkes Dobson Teleskop, nicht nur für Kometen!

Dobson Spiegelteleskop der Marke Sky-Watcher, (c) C. PreußIm März und am 01. April habe ich den Kometen PANSTARRS mit meinem 15×70 Fernglas beobachtet. Zum Einsatz kam aber auch mein Newton-Spiegelteleskop in Dobson-Bauweise. Mit einem solchen Instrument beobachten Sie sehr gut die Kometen und zugleich gelingt Ihnen der erfolgreiche Einstieg in die Hobbyastronomie.

Foto oben: Das leistungsstarke Dobson Spiegelteleskop von Sky-Watcher ist  für Anfänger wie Fortgeschrittene sehr gut geeignet, (c) Christian Preuß

Helle Kometen, wie PANSTARRS und ISON, lassen sich schon sehr gut mit einem großen Fernglas beobachten. Möchte man aber mehr Details erkennen und sind die Kometen wieder lichtschwächer, weil sie sich wieder von der Sonne entfernen, benötigt man ein astronomisches Teleskop. Ein solches Teleskop sammelt durch seine größere Objektiv-Öffnung mehr Licht. Es kann das Bild des Kometen, im Auge des Betrachters, bei höherer Vergrößerung, abbilden.

Dobson Teleskop der Marke Sky-Watcher, (c) Christian PreußVor einigen Monaten entschloss ich mich zum Kauf eines “Skywatcher Dobson Teleskop N 200/1200 Skyliner Classic DOB“. Dabei handelt es sich um ein lichtstarkes Spiegelteleskop mit einer Öffnung (Objektiv-Durchmesser) von 20 Zentimetern und einer Brennweite von 1,2 Metern. Durch das Öffnungsverhältnis von f/6 ist das Gerät sehr lichtstark und bietet beim Einsatz eines guten Weitwinkel-Okulars ein großes Gesichtsfeld.

Foto rechts: Das Dobson Teleskop besteht aus zwei Teilen zu je 12-15kg, die man schnell zusammen- und auseinanderbauen kann: Der Metalltubus mit der Spiegel-Optik, dem Okularstutzen mit Fokussierer sowie einem kleinen 9×50 Sucherfernrohr (rechts) und die drehbare ‘Rockerbox’ Montierung (links) aus Holz.

Bei Lieferung sind dem Teleskop bereits zwei Okulare (25 und 10mm) beigelegt. Bei der Beobachtung des Kometen PANSTARRS verwende ich ein Okular mit einer Brennweite von 35mm und einem Eigengesichtsfeld von 68°, welches man sich zusätzlich anschaffen kann. Die Vergrößerung (V) des Kometen beträgt dabei nur 1200/35 = 34,3-fach. PANSTARRS und ein Teil seines Schweifs lassen sich so noch bequem im selben Gesichtsfeld beobachten!

Je geringer die Brennweite des eingesetzten Okulars, desto höher die erzielte Vergrößerung (V). Möchte man den Kernbereich des Kometen bei höheren Vergrößerungen beobachten wählt man Okularbrennweiten von 13mm (V=92,3-fach) oder auch 5mm (V=240-fach).

Kontrastfilter gegen die Lichtverschmutzung

Ein zusätzlicher UHC-(Ultra High Contrast) oder ein spezieller Kometenfilter helfen, den Kontrast zwischen dem Himmelshintergrund und dem Kometen zu verstärken. Auf diese Weise blockt man das künstliche Licht der Städte ab und der Komet wird besser erkennbar. Einen solchen Filter schraubt man einfach in das passende Innengewinde der jeweiligen Okularsteckhülse hinein. Ich erziele damit hervorragende Ergebnisse. Beim abendlichen Blick aus unserem Naturpark Siebengebirge nach Nordwesten entdeckt man leider nicht nur den Kometen PANSTARRS, sondern auch die Lichtglocke über der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn. Mit einem UHC-Filter dämpfe ich das künstliche Licht in der Erdatmosphäre soweit ab, dass der Komet wieder deutlicher sichtbar wird. Der Anblick von PANSTARRS über den weiter weg gelegenen Baumwipfeln eines vorgelagerten Hügels war einfach wundervoll.

Dobson Spiegelteleskop, (c) Christian Preuß

Foto oben: Blick auf den Okularstutzen, der hier ein 25mm Okular enthält. Mit Hilfe der drehbaren und seitlich angebrachten Räder stellt man das Bild im Okular und mit der Hand scharf. (c) Christian Preuß

Dieses Dobson-Teleskop ist nicht nur für die Beobachtung der Kometen geeignet. Vielmehr erschließen sich uns damit noch viele weitere Himmelsobjekte. Der Mond zeigt uns seine unzähligen Krater, Bergketten und Täler. Unsere Sonne können Sie nur(!!!) mit einem geeigneten Sonnenfilter(!) vor der Teleskop-Öffnung beobachten. Dann entdecken Sie die Sonnenflecken und die so genannte Granulation. Die Granulation entsteht durch riesige auf- und absteigende heiße Gasblasen auf der Sonnenoberfläche. Die Planeten Jupiter, Saturn und Mars zeigen bei hohen Vergrößerungen bereits eine Fülle von Details. Dabei ist die Schärfeleistung meines eingesetzten Teleskops äußerst gut, wie ich schon bei meiner Beobachtung des Jupiter herausfinden konnte. Viele Bänder und Details in der Jupiter-Atmosphäre sind bei ruhiger Luft und guter Sicht erkennbar. Die nächtlichen Positionswechsel der vier hellen Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto sind ebenso zu sehen wie ihre Schattenwürfe auf den riesigen Gasplaneten.

Schaubild zum Dobson Teleskop, (c) Christian Preuß

Foto oben: Ein Blick von Vorne auf das Dobson Teleskop mit einer Beschriftung der wichtigsten Teile, (c) Christian Preuß

Die Sterne werden ebenfalls gestochen scharf abgebildet. Dabei können Sie auch die vielen unterschiedlichen Farben der Sterne beobachten. Zahlreiche Sternhaufen, Gasnebel und Galaxien liegen ebenfalls in Reichweite. Nach der Beobachtung des Kometen PANSTARRS am 01. April habe ich das Teleskop noch auf den berühmten Orionnebel geschwenkt. Im Weitwinkelokular passt er gerade noch ins Gesichtsfeld und bei Einsatz des UHC-Filters war die Fülle an Nebeldetails auf einen Blick gar nicht mehr fassbar. Meine früheren Erlebnisse während der Beobachtung des Orionnebels finden Sie hier.

Ein gutes Teleskop für Hobbyastronomen

Junger Sternfreund am Dobson Teleskop, (c) Christian PreußEin eigenes Teleskop ist eine sehr sinnvolle Ergänzung zu einem Fernglas. Alle Beobachtungsobjekte erscheinen dadurch in ganz neuer Qualität. Viele Objekte werden überhaupt erst durch ein Teleskop sichtbar. Mein “Skywatcher Dobson Teleskop N 200/1200 Skyliner Classic DOB” ist dabei noch gut transportabel und passt, zerlegt in zwei Teile, auch noch in einen Kleinwagen. Ich nehme den Dobson gerne mit zu dunklen und verschiedenen Beobachtungsplätzen.

Die optische Leistungsfähigkeit ist sehr gut, das Gerät ist schnell auf- und wieder abgebaut und der Preis eines Dobson-Teleskops dieser Größe ist, aus meiner persönlichen Sicht, einfach unschlagbar. Dabei ist so ein Teleskop auch für den Einsteiger in das Hobby Astronomie eine ideale Wahl. Das Dobson-Teleskop empfiehlt sich auch schon für Jugendliche ab einem Alter von 10-12 Jahren.

Mein eigener Sohn (10) beobachtet bereits sehr erfolgreich mit diesem Gerät. Dabei ist der Dobson nicht etwa ein “Kinderfernrohr”, sondern auch für Erwachsene und fortgeschrittenere Hobbyastronomen sehr gut geeignet. Mit Hilfe des aufmontierten kleinen Sucherfernrohrs findet man z.B. den Jupiter problemlos und bequem. Auf diese Weise stellen sich Erfolgserlebnisse für Anfänger schneller ein, der Spaß an der Beobachtung bleibt erhalten und die Begeisterung für die Kometen, Sterne und Weltraum kennt keine Grenzen mehr :)

Linktipps:

Die Kometensets von Astroshop enthalten auch das obige Dobson Teleskop

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General-Anzeiger berichtet über eine Kometenjad auf PANSTARRS

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