ISON jetzt mit Gasschweif? – Der Komet macht es spannend!

Komet ISON am 6.11.2013, (c) Damian PeachDem britischen Astrofotografen Damian Peach gelingt am 6. November eine neue Aufnahme des Kometen ISON, die deutliche Details im Kometenschweif zeigt. Das Bild scheint die Vermutung der NASA Comet ISON Observing Campaign (CIOC) zu bestätigen, dass ISON neben seinem Staubschweif nun auch einen Gasschweif entwickelt. Zudem schätzt die CIOC ISONs Maximalhelligkeit auf -3 bis -5 mag., die der Komet im sonnennächsten Punkt seiner Bahn erreichen könnte. Der Kometenexperte Uwe Pilz hält -8mag. für möglich. Die Prognosen bleiben schwierig. Es wird immer spannender!

Foto oben: Komet ISON am 6.11.2013, 17″CDK mit FLI-PL6303e. LRGB. L: 8x2mins. RGB: 1x2mins., (c) Damian Peach

Damian Peach untertitelt seine neuste Kometenaufnahme mit:”Comet ISON from Nov 6th. Starting to show some interesting activity within its tail….” Und in der Tat zeigt das Foto unterhalb des Staubschweifs eine Gabelung, die aus ihm herauszutreten scheint. Ein solches Phänomen meinte die CIOC noch in zwei deutlich schwächeren Aufnahmen von Dennis Buczynski und Martin Mobberly erkannt zu haben. CIOC vermutete heute dazu: “This feature is almost certainly real and hopefully is the beginning of a visible ion (or “gas”) tail in the comet.” Die großartige Farbaufnahme von Damian Peach zeigt das Detail wesentlich deutlicher und vermutlich handelt es sich tatsächlich um erste Ansätze eines Gasschweifs, hervorgerufen durch die Zunahme der Sublimation (Ausgasung) von Wassereis aus ISONs Kometenkern-Oberfläche. Eine Bestätigung dafür steht aber noch aus!

Verdoppelung der Ausgasungsrate – dynamischer ISON steigert seine Aktivität

Komet ISON liegt in seiner Helligkeitsentwicklung derzeit zwar noch unterhalb den Vorhersagen, er kann aber immer noch ein großes Himmelsspektakel abliefern. Derzeit wird seine Helligkeit auf rund 7.5 bis 8 mag. geschätzt. Nick Howes meldete am 5. November auf facebook, dass CBET und das TRAPPIST Team eine Verdoppelung der Ausgasungsrate binnen eines Beobachtungszeitraums von vier Tagen und vor allem in den letzten 48 Stunden beobachtet haben sollen. Außerdem wurden zwei Jets (CN und C2) nachgewiesen, die für eine größere Aktivität auf ISONs Oberfläche hinweisen.

Die Situation des Kometen wird von der CIOC als sehr dynamische bezeichnet, völlig normal für einen Kometen, der sich immer mehr der Sonne nähert und dabei Temperaturen ausgesetzt sein wird, die sogar die meisten Metalle schmelzen lassen würden. Wie entwickelt sich ISON weiter? Mit Gewissheit lässt sich leider nur sagen, dass ISONs Verhalten bis zum sonnennächsten Punkt am 28. November weiter unberechenbar bleiben wird. Alle Prognosen der Experten bleiben reine Spekulation und ISON ist immer für eine Überraschung gut. Zerfällt der Komet in Sonnennähe? Das wissen wir nicht, aber derzeit gibt dafür keine beobachtbaren Hinweise. Wird der Komet so hell wie die Venus oder noch heller? Auch dazu gibt es keine verlässliche Vorhersage. Uwe Pilz hält eine Maximalhelligkeit von -8mag. für möglich, das wäre deutlich heller als die Venus an unserem Himmel. Die CIOC geht von einer Spanne zwischen -7 und +5 aus, wobei man sich tendenziell auf -3 bis -5mag. ‘festlegt’.

Viel spannender ist eigentlich die Frage, ob der Komet seine enge Sonnenpassage überstehen wird oder zumindest erst später auseinanderbricht, so dass er uns in den ersten beiden Dezemberwochen noch mit einem langen und deutlich sichtbaren Staubschweif beglücken kann. Sollte ISON erst im Dezember in mehrere Fragmente zerfallen, könnte dies sogar auch eine Verstärkung der Staubproduktion bedeuten. ISONs Schweif würde dann vermutlich noch mehr anwachsen.

ISON macht es weiter spannend und das Novemberwetter über Deutschland leider auch. Behalten Sie die lokale Wetterentwicklung für Ihren Beobachtungsort gut im Auge und nutzen Sie jede freie Wolkenlücke für eigene Beobachtungen des Kometen! Wir berichten weiter aktuell über ISON und auch alle anderen Kometen, wie Lovestory, 2P/Encke und LINEAR, die man derzeit ebenfalls an unserem Himmel sehen kann. Viel Glück für Ihre eigenen Beobachtungen!

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