ISON – Komet eines neuen Jahrhunderts

Komet ISON Collage, (c) D. PeachISON, der wohl meist beobachtete Komet der vergangenen Jahrzehnte, hat seine Reise um unsere Sonne leider nicht überstanden. In Sonnennähe brach er am 28. November auseinander. Unter dem Einfluss der enormen Hitze und Gravitationskräfte löste sich ISONs Kometenkern nahezu völlig auf. Eine Staubwolke ist alles, was von dem Kometen übrig blieb. Ein spektakuläres Himmelsobjekt kann er nun nicht mehr werden. Trotzdem geht ISON als ein ‘großer Komet’ in die Geschichtsbücher ein. Niemals zuvor nahmen so viele Menschen Anteil am Schicksal eines Kometen. Das Internet und die Social Media machten es möglich. Und: Sein überraschendes Verhalten beigeistert(e) die Kometenforscher weltweit.

Foto oben: Diese ISON-Collage aus mehreren Aufnahmen zeigt die Entwicklung des Kometen ISON zwischen dem 24. September und 15. November 2013, fotografisch dokumentiert von (c) Damian Peach.

ISONs instabiler und kleiner Kern

Während ISONs Überreste vom Erdboden aus nicht mehr auffindbar sind, und die Helligkeit der verbliebenen Staubwolke dramatisch abgenommen hat, geben Kometenforscher ihre ersten Ergebnisse aus den wissenschaftlichen Auswertungen bekannt. Offensichtlich war ISONs Kern deutlich kleiner als erste Schätzungen. Wenige hundert Meter Durchmesser werden als wahrscheinlich angesehen. Zudem war das Kernmaterial nicht sehr kompakt und wenig stabil, so dass der Kern relativ leicht auseinander brechen konnte. Es könnte sein, dass der Zerfall des Kerns bereits im Oktober einsetzte, spätestens jedoch im Perihel am 28. November.

“Komet ISON brach auseinander. Die verblassenden Überreste sind für das bloße Auge unsichtbar” berichtete Karl Battams von der NASA Comet ISON Observing Campaign (CIOC). Andererseits habe man aber Datenmaterial über den Kometen sammeln können, welches zum besten der gesamten Kometen-Astronomie gerechnet wird. Battams hält die weltweite Beobachtungskampagne für einen großen Erfolg. Geradezu ‘phänomenal’ sei auch die Art und Weise wie sich die Menschen in den Social Media (twitter, facebook, Google plus, Yahoo Gruppen, Weblogs etc.) über ISON ausgetauscht hätten. Die Website der CIOC habe über eine Millionen Hits (Klicks, nicht Besucher) verzeichnet. Die NASA Server waren unter dem Ansturm der Zugriffe zeitweise zusammengebrochen. Vor diesem Hintergrund könnte man ISON durchaus als ‘Comet of the New Century’ bezeichnen. ISON sei, ganz ohne Frage, der ungewöhnlichste Komet, den man selbst beobachtet hat, meint Battams. Und weiter: “Das Universum ist ein erstaunlicher Ort und es hat uns erneut in Erstaunen versetzt.”

Komet ISON, Collage, (c) ESA/NASA/SOHO LASCO C2/C3, SDO, GSFCFoto oben: Eine ISON-Collage aus mehreren Aufnahmen zeigt die Reise des Kometen um die Sonne und das verblassen der Reste-Staubwolke nach dem Perihel, (c) ESA/NASA/SOHO LASCO C2/C3, SDO, GSFC

Das Interesse der Öffentlichkeit und der Medien an ISON war groß, das können wir auch mit unserer Ison-Komet.de bestätigen. Um die Tage des Perihels wurden die Webseiten von mehr als 3000 Besuchern angeklickt. Die zugehörige facebook-Seite verzeichnet fast 2000 Fans und über 800 folgten uns auf twitter. Für Ihre und Eure Aufmerksamkeit und die vielen Anfragen, Kommentare und Hinweise möchten wir uns herzlich bedanken!

Von ISON zu Lovejoy – Kometen wecken Begeisterung für die Astronomie

Konnten Sie ISON mit den eigenen Augen beobachten? Ich selbst erblickte ihn am ganz frühen Morgen des 31. Oktober über dem Siebengebirge. Durch mein 12″ Spiegelteleskop war er gut sichtbar und zeigte auch einen kleinen Schweif. Dieser war auch sehr deutlich auf dem Bildschirm meines angeschlossenen Notebooks zu sehen, welches das Livebild meiner eingesetzten i-Nova CCD-Kamera zeigte. Leider verpasste ich eine länger belichtete Aufnahme, da mir zuerst ein Hausdach die Sicht versperrte und der aufziehende Morgennebel aus dem Rheintal jede weitere Beobachtung unmöglich machte. Dafür konnte ich vorher aber immerhin noch Komet Lovejoys Kometenkoma aufnehmen. Später im November gelang mir noch eine morgendliche Fernglasbeobachtung von ISON. Da war der Komet nicht leicht zu entdecken, weil er schon tief über dem Horizont stand. Lovejoy beobachtete ich nochmals am 12. November mit meinem Fernglas. Die schönen Erinnerungen an unsere eigenen Beobachtungen des Kometen ISON bleiben uns erhalten. Und wer ihn verpasst hat kann sein Beobachterglück derzeit noch an Komet Lovejoy testen, der unter klarem Himmel noch einige Tage für das bloße Auge sichtbar ist. Im Fernglas und Teleskop ein lohnendes Objekt. Eine aktuelle Aufnahme des Kometenspezialisten Michael Jäger zeigt Lovejoys wunderbaren und spektakulären Schweif. Martin Mutti fotografierte Lovejoy auch in Farbe. Imposant auch eine Farbaufnahme von Michael Schlünder.

Wie geht es weiter? Das Projekt Ison-Komet.de wird mindestens bis Ende Januar 2014 fortgesetzt. Wie begleiten Komet Lovejoy (hier eine Ausuchhilfe) auf seiner weiteren Reise und warten gespannt auf Hubbles letzten Versuch Komet ISONs Überreste doch noch einmal aufzuspüren.

Ausblick auf das spannende Kometenjahr 2014

Auch das Jahr 2014 wird Kometenfans einiges zu bieten haben. Am 19. Oktober wird der Komet SIDING SPRING dicht am Planeten MARS vorbeifliegen und am 11. November setzt die Raumsonde ROSETTA sogar einen Lander auf dem Kometenkern von 67P/Churyumov-Gerasimenko ab. Ein Ereignis, welches manche Experten mit der ersten bemannten Mondlandung gleichsetzen. Und wer weiß heute schon, welcher andere Komet in 2014 noch unsere Blicke auf sich ziehen mag. Die Kometen halten uns also weiter in Atem. Wir berichten weiter – hier, oder an anderer Stelle, – bleiben Sie neugierig!

Aktuelle Infos und viele Bilder von den Kometen findet man auch stets auf unserer facebook-Seite unter https://www.facebook.com/IsonKomet

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Weitere Linktipps:

ISON verblasst und ist bald Geschichte – Komet Lovejoy zeigt sich prächtig!

Newsticker 28.-29.11.2013: Schweifentwicklung geht weiter – Teile von ISON haben das Perihel überlebt

Newsticker 27.11.2013: Komet ISON macht einem Sonnenstreifer alle Ehre und ist weiterhin aktiv!

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