Jetzt beobachten: Plasmaschweif im Wandel – Komet Lemmon im Mai

Komet Lemmon, (c) Damian Peach mit freundlicher GenehmigungKomet C/2012 F6 (Lemmon) steht momentan im Sternbild Fische direkt neben dem Pegasus-Viereck. Lemmon zeigt sich als ein sehr dynamischer Komet mit einem schönen und Gas/Plasmaschweif. Der Sonnenwind, ein steter Strom elektrisch geladener Teilchen von unserer Sonne, sorgt für eine starke und ständige Veränderung des Schweifs. Sogar eine Schweifablösung, ausgelöst durch eine besonders starke Sonnenaktivität, wurde schon von Hobby-Astronomen beobachtet und fotografiert.

Foto oben: Komet C/2012 F6 (Lemmon), (c) Damian Peach mit freundlicher Genehmigung, 15. Mai 2013, 10.30 UTC, 20″ CDK@F4.5. FLI-PL11002M Kamera. RGB mit je 3min.

Komet Lemmon – Beobachtungsziel für Fernglas und Teleskop

Komet Lemmon ist im Mai ein sehr interessantes Ziel für Himmelsbeobachter, die über ein lichtstarkes Fernglas oder sogar ein Teleskop verfügen. Diese ‘Kometenjagd’ ist etwas für Frühaufsteher oder Nachtschwärmer, da Lemmon erst in der zweiten Nachthälfte ab ca. 2.30 Uhr MESZ über dem Osthorizont sichtbar wird. Im Laufe des Monats wird er aber immer höher wandern und seine Aufgangszeiten verlagern sich, etwas beobachtungsfreundlicher, Richtung Mitternacht.
Komet Lemmon, Aufsuchkarte Mai 2013, Quelle: Stellarium Abb. oben: Aufsuchkarte für Komet Lemmon im Mai 2013. Ansicht für einen Standort nahe Bonn, am 20. Mai, 3.00 Uhr MESZ, Quelle: Stellarium. Der gelbe Pfeil weist die Richtung, in welche Lemmon sich im Laufe des Monats weiterbewegen wird, (c) C. Preuß

Fotos von Komet Lemmon

Eigene Fotoexperimente kann man dabei auch wagen. Mit einer handelsüblichen Spiegelreflexkamera (SLR oder DSLR) können Sie Lemmon, und natürlich auch den Kometen PANSTARRS, der mit seinem dominanten Staubschweif unweit des Polarsterns steht, fotografieren. Etwas bessere Ergebnisse erzielen Sie dabei mit Objektiven ab ca. 80-100 mm Brennweite. Blenden Sie das Objektiv leicht ab, wodurch Sie die Abbildungsqualität leicht steigern können. Stellen Sie den ISO-Wert auf 800-1600 ASA ein. Ihre Kamera bringen Sie am besten auf einem Stativ an. Die einzelnen Bilder solten Sie mit möglichst ruhiger Hand auslösen. Falls zur Hand, können auch einen Draht- oder Fernauslöser verwenden, damit nichts verwackelt. Auf diese Weise sollten Sie dann mit verschiedenen Belichtungszeiten experimentieren. Je nach Himmelshelligkeit muss die Belichtungszeit kürzer ausfallen.

Falls Sie Ihre Kamera auf einem nachgeführten Teleskop montieren, sind längere Belichtungszeiten möglich, da Sie nun ja die Drehung der Erde ausgleichen können. Nehmen Sie ganze Bildserien mit unterschiedlichen Einstellungen auf. Besitzer von digitalen Kameras sind etwas im Vorteil, denn sie können die Aufnahmen sofort überprüfen und die Aufnahmeparameter anpassen, falls nötig. Verwenden Sie eine analoge Kamera werden Sie Ihre Ergebnisse erst nach der Filmentwicklung im Fotolabor begutachten können.

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