Komet ISON im Januar 2014: Kometenstaub auf der Erde und leuchtende Nachtwolken in der Erdatmosphäre?

Leuchtende Nachtwolken, (c) NASA ScienceCastIn ihrem aktuellen ScienceCast-Video spekulieren Wissenschaftler der amerikanischen Weltraumbehörde NASA über die möglichen Auswirkungen des ISON Kometenstaubs in der Atmosphäre unserer Erde. Sie halten es sogar für möglich, dass große Mengen von ISONs Kometenstaub die Erdoberfläche erreichen können.

Bild oben: Wird der Kometenstaub von ISON solche leuchtenden Nachtwolken in unserer oberen Erdatmosphäre hervorrufen?, Quelle: bearbeiteter Screenshot aus dem ScienceCast der (c) NASA

Der Komet ISON hat einen Kometenkern von rund 5 km Größe und verliert besonders viel Staub. Dies zeigten bereits die kürzlichen Messungen der NASA Swift-Raumsonde. Rund 51.000 kg Staub verlor ISON demnach pro Minute! Eine gewaltige Menge, wenn man bedenkt, dass sich ISON da noch in der Entfernung der Jupiter-Bahn befand. Bei seiner weiteren Annäherung an die Sonne wird ISON noch deutlich mehr Staub verlieren.

Unsichtbarer Regen aus Kometenstaub

Der renommierte Kometenforscher Paul Wiegert (University of Western Ontario) hält es für möglich, dass es zu einem ungewöhnlich starken Schauer aus Kometenstaub kommen kann. Wiegert berechnete die Bahn und Verteilung von ISONs Kometenstaub mit Hilfe eines Computer-Modells. Er kommt zu dem Schluss: “In den Tagen um den 12. Januar 2014 wird die Erde durch einen Strom aus sehr feinem Kometenstaub fliegen.” Laut Computer-Modell werden feinste Staubpartikel von ISON mit einer Geschwindigkeit von 56 km/h in die Erdatmosphäre eindringen. Da diese Staubteilchen so winzig sind werden sie durch die Atmosphäre fast gestoppt und könnten sogar, ohne zu verglühen, auf die Erdoberfläche sinken. Dieser Prozess wäre natürlich nicht von uns zu beobachten, da es zu keiner typischen Sternschnuppe (Meteor) kommen würde. Dieser unsichtbare Regen aus Kometenstaub, wenn er denn tatsächlich auftritt, würde lautlos zur Erdoberfläche sinken. Dabei könnte es Monate oder sogar Jahre dauern bis die leichten Teilchen die feste Erdoberfläche erreichen.


Video: NASA ScienceCasts: Comet ISON Meteor Shower (…) ”Sungrazing Comet ISON, expected to become a bright naked-eye object later this year, might dust the Earth with meteoroids in early 2014. Researchers discuss the possibilities in this week’s ScienceCast.” Quelle: dasdasdasdas, NASAtelevision, YouTube

In den höheren Schichten der Erdatmosphäre könnte der Kometenstaub zu leuchtenden Nachtwolken beitragen. Leuchtende Nachtwolken (Abk. NLC von engl. noctilucent clouds) sind Ansammlungen von Eiskristallen in der oberen Erdatmosphäre, in einer Höhe von 80 Kilometern. Nicht eindeutig geklärt ist noch die Frage, ob winzige Partikel von Kometen tatsächlich als Kondensationskeime für solche Eiskristalle dienen. Falls ja, würde ISONs Kometenstaub zu solchen leuchtenden Nachtwolken führen können. Die NASA betont aber, dass es sich dabei noch um eine reine Spekulation handelt.

Das Computer-Modell Wiegerts liefert den Hinweis, dass die Erde wohl aus zwei unterschiedlichen Richtungen von ISONs Kometenstaub getroffen werden kann. Ein Teil des Kometenstaubs folgt ISON auf seinem Weg Richtung Sonne, ein anderer Teil bewegt sich durch den Druck der Sonnenstrahlung in die entgegengesetzte Richtung. Mit beiden Staub-Populationen könnte die Erdatmosphäre interagieren.

Der NASA-Wissenschaftler Bill Cooke glaubt, dass die Gefahr für Satelliten und die Internationle Raumstation (ISS) nur gering ist:”Diese Staubteilchen sind zu klein, um die Außenwände unserer Satelliten zu beschädigen. Sie haben auch keine Chance, den massiven Schutzschild der ISS zu gefährden.” Trotzdem, ergänzt Cooke, werden die Missons-Spezialisten alarmiert sein und auf jede mögliche Anomalie, in den Tagen um den 12. Januar 2014, genau achten.

Bild: Sternfreunde, Kometenfreunde und Hobbyastronomen aus der ganzen welt freuen sich auf die erscheinung des Kometen ISON. Komet ISON kann in der zweiten Jahreshälfte 2013 beobachtet werden. Hobbyastronomen sollten auch auf einen mögliche Anstieg der Sternschnuppentätigkeit um den 12. Janur 2014 achten., Quelle: bearbeiteter Screenshot aus dem ScienceCast der (c) NASA 

Gelegenheitsbeobachter und Hobbyastronomen sollten im Januar 2014 ebenfalls Ihre Augen offen halten. Die Wahrscheinlichkeit für eine erhöhtes Aufkommen an sichtbaren Sternschnuppen sei zwar gering, jedoch könnte der Komet ISON noch voller Überraschungen sein, meint die NASA.

Linktipp: Comet ISON Meteor Shower

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