KOMETENDÄMMERUNG – Komet ISON erscheint bald am Himmel über Deutschland

Komet ISON am 1. September 2013, Quelle StellariumWie hell und spektakulär wird die Erscheinung des Kometen ISON denn nun werden? Diese Frage beschäftigt die astronomische Fachwelt, Hobby-Astronomen, Medienvertreter und die interessierte Öffentlichkeit schon seit Monaten. Die extremen Erwartungen reichen von der fast unbeirrten Hoffnung auf einen “Jahrhundertkometen” bis hin zu einer befürchteten Enttäuschung, falls ISON in Sonnennähe vollständig verdampfen sollte. – Tatsache ist momentan nur: ISON kann von Beobachtern, die über ein lichtstarkes Teleskop verfügen, ab September 2013, und vor Sonnenaufgang, gesichtet werden. Die Beobachtungsbedingungen verbessern sich im Oktober, wenn ISON unweit des Planeten MARS stehen wird. So wird die Reise ISONS, durch unseren Himmel, auch zu einer besonders guten Zeit für einen Einstieg in die Hobby-Astronomie!

Abb. oben: Der Himmelsanblick am 1. September 2013 gegen 4.00 Uhr. Komet ISON steht knapp über dem Ost-Horizont, unweit des offenen Sternhaufens Praesepe und MARS. Der Jupiter und die schmale Mondsichel sind ‘Zaungäste’. Hier geht es zu weiteren ISON-Aufsuchkarten für September und Oktober.

Während die Experten ISONs mutmaßliches Schicksal weltweit, und sogar in eigenen Workshops, diskutieren, zieht der Komet unbeirrt sein Bahn und nähert sich unserer Sonne immer mehr an. Groß sind derzeit noch die Unsicherheiten bezüglich ISONs Zusammensetzung und ISONs weiterem Verhalten. Seine Kern hat eine Größe von bis zu 4 km, wie Aufnahmen des Hubble-Teleskops gezeigt haben, und manche Experten halten es für möglich, dass er einem relativ eisarmen “Staubklumpen” ähnlich sein könnte. Dies könnte bedeuten, dass ISON keinen sehr gasreichen Schweif ausbilden wird, seine Staubemissionen dafür umso größer sein könnte. Doch nichts Genaues weiß man. Erst Ende August wird man vermutlich mehr wissen, wenn ISON der Sonne bereits so nahe gekommen ist, dass vorhandenes Wassereis im höheren Maß sublimiert als bisher. Erst ISONs tatsächliches Verhalten in Sonnennähe wird allen bisherigen Spekulationen ein Ende bereiten. Wer an den Inhalten des zurückliegenden CIOC-Workshops, vom 1.-2. August, interessiert ist, und der englische Sprache mächtig ist, findet Video-Mitschnitte unter CIOC Workshop: Day 1  und CIOC Workshop: Day 2.

ISON im September und Oktober – ein Komet für Nachtschwärmer oder Frühaufsteher

Wenn man ISON mit einem Teleskop beobachten und sogar fotografieren möchte, wird man entweder früh aufstehen oder lange aufbleiben müssen. Beobachter mit größeren Teleskopen können ISON vermutlich schon im August am Morgenhimmel erspähen. Allerdings liegt seine Helligkeit dann wohl noch irgendwo zwischen der 13. und 11. Größenklasse und der Komet erreicht vor der Morgendämmerung noch keine große Höhe über dem Osthorizont. Immer besser wird die Situation Anfang September bis Ende Oktober sein, wenn ISON eine Höhe von 10° bis 30° (Ende Oktober) über dem Horizont erreichen wird, bevor die Morgendämmerung hereinbricht. Seine Helligkeit entwickelt sich dann voraussichtlich zwischen der 10. und 8. Größenklasse. Ein lohnendes Ziel für Teleskopbesitzer. Diese Phase von ISONs Reise durch unser inneres Sonnensystem sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Da derzeit niemand weiß, ob der Komet seine größte Sonnennähe Ende November überhaupt überstehen wird, könnte das Sichtfenster bis Ende Oktober noch die besten Möglichkeiten für eine Kometenbeobachtung bieten.

Kometenbeobachtung heißt, den Himmel besser kennenzulernen

Die Erscheinung eines hellen Kometen an unserem Himmel bringt die schöne Gelegenheit mit sich, auch mehr über die Gestirne und Objekte zu erfahren, an denen der Komet vorüberzieht. Die irische Kometenbeobachterin Deirdre Kelleghan bringt es auf den Punkt:”Ich erstellte eine große und prächtige Karte von der Reise dieses Kometen (Komet 17/P Holmes, 2007) durch meinen Himmel und lernte dabei sehr viel. Denn während ich ihm folgte, achtete ich auf die Sternbilder, Nebel und andere stellare Objekte entlang seines Weges.” (Aus: Deirdre Kelleghan – Was uns die Kometen lehren).

Der Komet ISON “verwöhnt” uns im September und Oktober geradezu mit hübschen Konstellationen und anderen attraktiven Beobachtungsobjekten rings um seine Position am Himmelszelt. Neben der intensiven Beobachtung des reisenden Kometen lädt uns ISON also gewissermaßen auch zu lohnenden “Abstechern” längs seiner Reiseroute ein, die den Astronomen heute schon ganz genau bekannt ist. Mit einem geeigneten Programm wie Stellarium, kann man die Position des Kometen ISON für jeden Monat, Tag und Uhrzeit exakt anzeigen lassen. So wird die Bewegung des Kometen an unserem Sternenhimmel sehr gut sichtbar. Eine solche Simulation lässt erst eine genaue Planung aller zukünftigen und echten Beobachtungen zu. Genaue Aufsuchkarten für die Reisestationen des Kometen ISON, und alle lohnenden “Ausflugsziele” auf seinem Weg, im September und Oktober, habe ich auf einer eigenen Seite zusammengestellt.

Linktipp: Aufsuchkarten für Komet ISON im September und Oktober

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