Newsticker 25.11.2013: Schlechtes Zeichen? Komet ISONs Gasproduktion sinkt und die Staubproduktion steigt

Komet ISON über dem Siebengebirge, SimulationDrei Tage vor dem sonnennächsten Punkt seiner Bahn diskutieren die Kometenbeobachter intensiv aktuelle Beobachtungen des Kometen ISON. Nach Messungen mit dem IRAM Millimeter Teleskop in Spanien, glauben die beteiligten Wissenschaftler, dass ISONs Gasproduktion binnen sechs Tagen um das 20-fache gesunken ist. Die Staubproduktion soll hingegen enorm sein, berichtet die CIOC. Hat sich ISONs Kometenkern etwa schon aufgelöst?

Bild oben: Fast zu schön, um wahr zu sein, ist diese Simualtion. ISON’s Kometenschweif geht über dem Naturpark Siebengebirge auf (c) C. Preuß

Die Beobachtungen könnten tatsächlich darauf hindeuten, dass sich ISONs Kern bereits aufgelöst hat. Jedoch scheint der Komet auf den Aufnahmen der STEREO Sonden völlig intakt zu sein, worauf auch der deutsche Wissenschaftsjournalist Daniel Fischer auf Skyweek Zwei Punkt Null hinweist. Es liegen also scheinbar widersprüchliche Beobachtungen vor.

Falls ISONs Kern bereits zerfallen ist, dann findet sich in der Koma jetzt nur noch eine riesige Wolke von Staub und der Komet wird in den nächsten Tagen rasch an Helligkeit verlieren. Nach seinem Periheldurchgang am 28. November würde leider nichts mehr aus der großen Kometenshow im Dezember werden, wenn ISON eventuell mit einem großen Schweif am Himmel gesehen werden könnte.

Die NASA Comet Ison Observing Campaign (CIOC) weist aber darauf hin, dass noch nichts entschieden ist und man den Kometen weiter intensiv beobachtet. ISON ist schließlich ein frischer Komet aus der Oortschen Kometenwolke, welchen man noch nie beobachtet hat. Vielleicht sind die jetzt widersprüchlichen Beobachtungen auch nur ein Ausdruck seiner uns unbekannten Natur und Verhaltensweise in Sonnennähe. Zu wenig weiß man über seine physikalische wie chemische Beschaffenheit, um dies besser beurteilen zu können. Genaue Prognosen waren und sind unmöglich.

Nur noch drei Tage, dann werden wir wissen, welches Schicksal ISON ereilen wird.

ISON nähert sich unaufhaltsam dem sonnennächsten Punkt seiner Bahn, den er am 28. November erreichen wird. Ob der Komet die ungeheure Hitze und Gravitationskraft unserer Sonne überstehen wird, weiß derzeit niemand. Falls er ‘überlebt’, dann könnte ISONs Kometenschweif in den ersten Dezemberwochen am westlichen Abendhimmel und frühmorgendlichen Osthimmel gut zu sehen sein.

Noch sehen die Beobachtungsfenster für ISON so aus:

26.-28.11.: 6.30 bis 7/7.15 Uhr morgens
Ein Versuch lohnt nur unter optimalen Wetter und Sichtverhältnissen. Versuchen Sie ISONs Kometenschweif über dem Ost/Südost-Horizont zu sichten, bevor die eigentliche Kometenkoma aufgeht, die durch die Tageshelligkeit leider nicht sichtbar sein wird!

28.11.: ISON steht direkt unterhalb der Sonne am Taghimmel und könnte -5 mag. hell sein. (Perihel)

Aber ACHTUNG*: Schauen Sie niemals mit bloßem Auge in die Sonne und erst recht nicht durch ein Fernglas oder Teleskop, welches nicht mit einem speziellen Sonnenfilter ausgestattet ist!! An diesem Tag sollte eigentlich niemand eine Beobachtung wagen. Riskieren Sie besser nicht Ihr Augenlicht!

29.11.:

a) ab 6.30 Uhr
Wir versuchen ISONs hoffentlich flächenhellen Kometenschweif über dem Ost/Südost-Horizont zu sichten, bevor er zusammen mit der Sonne aufgeht und am zu hellen Himmel verblasst.

b) Tagsüber (bes. Mittags) kann man versuchen ISON zu finden, indem man die Sonne durch ein entferntes Hindernis (z.B. ein hohes Gebäude) ausblendet. ISON steht dann in 3° Abstand oberhalb der Sonne! Siehe Warnhinweis von oben!*

c) Nach 16.00 Uhr versuchen wir ISONs Kometenschweif über dem abendlichen Westhorizont zu sichten, wenn die Sonne langsam untergeht und die Abenddämmerung hereinbricht.

30.11.: Beobachtungsfenster wie am 29.11.
ISON hat sich bis auf 6° von der sonne entfernt. Gerade die Sichtung seines Staubschweifs vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang ist erneut das Ziel! Siehe Warnhinweis von oben!*

1.-5.12.:

a) ab 6.00 Uhr
Suche nach ISONs Kometenschweif über dem Osthorizont, vor Sonnenaufgang

b) ab 16.00 Uhr
Suche nach ISONs Kometenschweif über dem Westhorizont, nach Sonnenuntergang

6.-15.12.:
Morgens und Abends ist ISON nun wohl nur noch ein Objekt für das Fernglas und Teleskop. ISONs Abstand zur Sonne wächst aber weiter und das nutzbare Zeitfenster für mögliche Beobachtungen verlängert sich. Die Beobachtung und Fotografie lohnt sich eigentlich bis Ende des Jahres, wenn man der zunehmenden Helligkeit des Mondes aus dem Weg geht.

Allgemeiner Hinweis:
Astronomische Beobachtungen sind stets abhängig von der lokalen Wettersituation. Versuche Sie jede sich bietende Gelegenheit für eine Beobachtung zu nutzen.

Aktuelle Infos und viele Bilder von den Kometen findet man auch stets auf unserer facebook-Seite unter https://www.facebook.com/IsonKomet

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