Panstarrs


Der Komet C/2011 L4 (PANSTARRS)

C/2011 L4 (PANSTARRS) wurde am Morgen des 6. Juni 2011 von dem automatischen Suchteleskop “Pan STARRS-1” (dem “Panoramic Survey Telecope And Rapid Response System”) auf Hawaii entdeckt. PANSTARRS befand sich zwischen den Sternzeichen Skorpion und Schlangenträger und war von Richard Wainscoat auf der Fotografie des Teleskops nur als sehr lichtschwaches Objekt (19.5 Größenklasse) zu erkennen. Zum Zeitpunkt seiner Entdeckung war der Komet rund achtmal weiter von der Sonne entfernt als unsere Erde, also weit jenseits der Jupiterbahn. Durch seine Bewegung relativ zu den Sternen und weiteren Analysen verriet er sich als Komet, der unser Sonnensystem durchstreift.

Wird Komet PANSTARRS eine ähnlich imposante Erscheinung? (c) NASA
Foto: Wird Komet PANSTARRS eine ähnlich imposante Erscheinung wie Komet Hale-Bopp im Jahr 1997? (c) NASA

Nach weiteren Beobachtungen durch die Astronomen konnte man schließlich seine Bahn berechnen. Dabei erkannte man, dass PANSTARRS unserer Sonne relativ nahe (bis auf 50 Millionen Kilometer) kommen wird. C/2011 L4 (PANSTARRS) kommt aus den Tiefen des Raums zu uns und verfügt über eine große Menge an unverbrauchter Kometenmaterie, die darauf hoffen lässt, dass der Komet in Sonnennähe zu einem recht hellen Objekt werden kann. Die Hitze der Sonne und der Sonnenwind werden dafür sorgen, dass PANSTARRS einen großen Gas- und Staubschweif ausbilden wird.

Im Februar 2013 ist PANSTARRS zunächst noch von Beobachtern am Südhimmel zu sehen. Dabei hat er bis zum 18.02. eine Helligkeit von rund 4.2 – 5 mag angenommen, ist also bereits für das bloße Auge sichtbar, vorausgesetzt man beobachtet von einem dunklen Standort aus. PANSTARRS zeigt bereits einen Staub- und einen Ionenschweif.

Derzeitige Prognosen zur Helligkeitsentwicklung sind, wie eigentlich immer bei Kometen, schwierig. Sie kommen zu recht unterschiedlichen Ergebnissen und lassen darauf hoffen, dass der Komet im März eine Helligkeit von 1 bis 2 mag oder besser haben wird. PANSTARRS ist dann auch von nördlichen Breiten aus und tief am abendlichen Westhimmel zu sehen. Da sein Kometenkern (mehrere Kilometer groß) derzeit sehr viel Staub verliert bestehen gute Aussichten auf einen schönen langen Staubschweif, den man am Himmel beobachten und fotografieren kann. Dafür sind lichtstarke Ferngläser (Partnerlink) besonders gut geeignet, da sie den Kometen in einem großen Gesichtsfeld zeigen und so seinen Schweif besser sichtbar machen. Mit langbrennweitigen Teleskopen (Partnerlink) beobachtet man hingegen die Kernregion des Kometen viel besser.

PANSTARRS steht der Sonne am 10. März 2013 am nächsten, (c) NASA
Abb.: Am 10. März 2013 steht Komet PANSTARRS in seinem sonnennächsten Punkt seiner Bahn, Screenshot (C) NASA Science Cast

Um den 10. März, in den Tagen seiner größten Helligkeit, erscheint PANSTARRS am westlichen Abendhimmel über Deutschland. Durch seine Nähe zur Sonne ist der Himmel noch nicht dunkel, wenn man ihn über dem Westhorizont kurz nach Sonnenuntergang (ab 18.00/18.30 Uhr und gegen 19.00 Uhr optimal) sichten kann. PANSTARRS Kometenschweif ist dabei immer von der Sonne weggerichtet, zeigt also vom Horizont nach oben. Sein Staubschweif wird vom Licht der Sonne abgelenkt, während der Gasschweif durch die elektrisch geladenen Teilchen des Sonnenwindes von der Sonne weg ausgerichtet wird.

Der Neumondtermin fällt auf den 11. März, daher stört das Mondlicht glücklicherweise nicht die Beobachtung, wenn PANSTARRS am hellsten ist. Die beste Beobachtungszeit für Beobachter in Mitteleuropa liegt ungefähr zwischen dem 11. März und 15 April. Am 12. März steht PANSTARRS unweit der schmalen und noch jungen Mondsichel am Himmel und könnte dann einen rund 10° langen Staubschweif zeigen.

Am 16. März, dem deutschlandweiten “Astronomietag” (ausgerufen von der Vereinigung der Sternfreunde, VdS), wird man PANSTARRS zwischen 12 und 6 Grad über dem Westhorizont sehen können. Viele Sternfreunde, Hobbyastronomen und öffentliche Sternwarten möchten den Kometen dann gerne auch ihren Besuchern zeigen. Die freie Sicht nach Westen und ein klarer Himmel sind dafür die besten Voraussetzungen.

In der zweiten Monatshälfte entfernt sich PANSTARRS weiter von der Sonne. Abends wird man ihn dann am besten zwischen 19.00 und 21.00 Uhr und morgens zwischen 5.00 und 6.00 Uhr MEZ sehen können. Ab dem 27. März stört leider das helle Licht des Vollmondes die Beobachtung. Trotzdem: Ab Ende März könnte PANSTARRS, obwohl wieder weniger hell, ebenfalls sehr gut zu beobachten sein. Da er sich langsam Richtung Himmelnordpol bewegt, kann man ihn fast die ganze Nacht über beobachten. Ein besonders schöner Anblick wird seine scheinbare Annäherung an die Andromedagalaxie (Andromedanebel M 31) sein. Anfang April zieht der Komet in nur einem bis drei Grad Abstand an M 31 vorbei. Ein fantastischer Anblick in lichtstarken Ferngläsern und ein lohendes Motiv für Astrofotografen!

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