Solares Magnetfeld – Komet Lovejoy lüftet Geheimnisse der Sonnenkorona

Komet Lovejoy in der Sonnenkorona, (c) SDOIm Dezember 2011 beobachteten Astronomen den spektakulären Sturzflug des Kometen Lovejoy durch die Atmosphäre der Sonne, genannt Korona. Lovejoy kam der Sonnenoberfläche bis auf 140.000 km nahe, löste sich dabei jedoch nicht ganz auf, sondern überlebte seinen Husarenritt! Die genaue Beobachtung seines Kometenschweifes ermöglichte es den Forschern, Erkenntnisse über das Magnetfeld der Sonne zu gewinnen und ihre theoretischen Modelle zu überprüfen.

Kometen, wie Lovejoy, werden auch ‘Sungrazer’ (zu deutsch ‘Sonnenstreifer’) genannt, weil sie unserer Sonne extrem nahe kommen. Oftmals lösen sie sich dabei auch ganz auf, verdampfen oder zerfallen in mehrere Bruchstücke. Komet Lovejoy war groß genug und er überstand seinen kritischen Punkt in extremer Sonnennähe. Er durchflog dabei eine Region, die niemals von irdischen Raumsonden passiert werden könnte, da es dort einfach viel zu heiß wäre. Ein internationales Forscherteam nutzte also die günstige Gelegenheit und analysierte stattdessen Lovejoys Verhalten in Sonnennähe. Im Science-Video (AAAS) erklärt Cooper Downs nun, wie Lovejoys Reise verfolgt wurde und welche Erkenntnisse man über dieses geheimnisvolle und Millionen Grad Celsius heiße Region um die Sonne gewann, durch die er sich bewegte.

Kometenschweif offenbart Magnetfeld der Sonne

Mittels dreier Raumsonden beobachteten die Astrophyssiker den Millionen Kilometer langen Schweif des Kometen Lovejoy und seine Ausrichtung in Sonnennähe. Die unterschiedlichen Blickwinkel lieferten genaue Messungen seiner Größe, zeitlichen Veränderung und Richtung entlang der Magnetfeldlinien des solaren Magnetfeldes. Cooper Downs: “In Verbindung mit unserem Computer-Modell, war es uns so möglich, das Magnetfeld entlang der Flugbahn des Kometen zu kartieren, während wir so auch unser Modell für das Feld in fernerer Umgebung überprüfen konnten (…) Die gemessenen Bewegungen des Kometenschweifes zeigten uns das Muster des Magnetfeldes innerhalb der Sonnenkorona. Der Vergleich mit unserem Computer-Modell zeigte uns, dass sich unsere Vorstellungen ziemlich genau mit der wahren Struktur des unsichtbaren Magnetfelds der Sonne deckten.” Danach verhält sich das magnetische Feld der Korona eher ungleichförmig und ist recht inhomogen.

Komet Lovejoys Reise trägt so also auch zum besseren Verständnis über die Atmosphäre der Sonne und ihres Magnetfelds bei. Man darf gespannt sein, zu welche neuen Erkenntnissen die Astrophysiker Ende November 2013 gelangen werden. Dann nämlich, wird der ‘Sungrazer’ Komet ISON ebenfalls die Korona unserer Sonne durchfliegen. Ob er, wie Lovejoy, seinen heißen Durchflug überstehen wird, ist derzeit noch völlig offen. Fest steht aber schon heute, dass uns ISONs spannende Reise immer einen genaueren Blick wert sein sollte. Astronomen, Hobby-Astronomen und Gelegenheitsgucker werden aufgeregt ihre Blick in den Himmel richten, wenn ISON ab Oktober/November 2013 für uns immer deutlicher sichtbar werden wird. – Bleiben Sie neugierig!

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