Zur weiteren Sichtbarkeit des Kometen ISON

Komet ISON am 15.11.2013, (c) Damian PeachBei wolken- und nebelfreiem Himmel kann der Komet ISON nun bereits mit dem bloßen Auge gesichtet werden. Im Fernglas erkennt man vielleicht auch einen Schweifansatz. Nach meinen eigenen Beobachtungen vom 16. November schätze ich seine momentane Helligkeit auf 5-5.5 mag. ISON wirkte auf mich ähnlich hell wie der Stern HIP 64122), der mit 5.5 mag. angegeben wird. ISON’s Schweifansatz konnte ich nicht erkennen, dafür war der Himmel über dem Siebengebirge leider nicht klar genug.

Foto oben: Komet ISON am 15. November 2013, (c) Damian Peach

ISON wird nun immer heller. Seine Beobachtung ab dem 16. November wird aber auch schwieriger, da sich der Komet immer mehr der Sonne annähert und zudem der Voll- bzw. dann wieder abnehmende Mond am Himmel steht. Erst während der Morgendämmerung wird ISON dann zu sehen sein und muss also gegen die zunehmende Helligkeit ‘ankämpfen’. Keine einfachen Voraussetzungen für eine Sichtung.

Am 17./18. November steht ISON nahe beim hellen Stern Spica, dem er sich bis auf rund 1.3° nähert. Der Komet hat dann vielleicht eine Helligkeit von 5 – 4.5 mag. erreicht. Spica hat eine Magnitude von 1 mag.. In den nächsten Tagen wird ISON immer schwerer zu finden sein. Die Helligkeit der Morgendämmerung und das Licht des Mondes stören die Beobachtung doch sehr.

Ende November – ISON am Taghimmel

Bis zum 25. November erreicht ISON vermutlich eine Helligkeit von 2 mag. Geht er morgens im Südosten auf folgt ihm der Sonnenaufgang nur eine Stunde später. Eine Beobachtung des Kometen ist also sehr schwer. Ein Blick nach Südosten, vor ISON’s Aufgang, kann sich aber ebenfalls lohnen. Während der Kometenkern mit der umgebenden Koma noch unterhalb des Horizonts steht, könnte sein langer Staubschweif vielleicht schon über dem Horizont zu sehen sein. Dafür muss er nur flächenhell genug werden und Ihr Beobachtungsort sollte einen möglichst dunklen Himmel bieten, damit sich der Schweif besser vor dem Himmelhintergrund abheben kann. Versuchen Sie auch die Fotografie. Landschaftsaufnahmen mit einem Kometenschweif am darüberliegenden Himmel sind besonders reizvoll.

Vorsicht Sonne!

Mit viel Glück (dabei VORSICHT vor der hellen Sonne und bitte niemals ungeschützt in die Sonne blicken!!!), kann man ISON auch am 29./30. November erkennen, wenn der Kometen nach seinem Perihel (am 28.11.) sehr nahe neben der Sonne am Taghimmel steht. Die Sonne muss man dann unbedingt z.B. durch ein weiter entferntes Hindernis (Gebäude, Turm, Hügel…) in Sichtlinie ausblenden, damit ISON kurz über ihr sichtbar werden kann. Dafür muss der Komet jedoch ordentlich hell werden.

Beste Beobachtungszeit erst im Dezember?

Die beste Beobachtungszeit liegt aber vermutlich zwischen dem 1. und 7. Dezember, wenn er sich in Sonnennähe nicht komplett aufgelöst haben sollte. Bleibt er nahezu unbeschadet, oder zerbricht er erst später in mehrere Teile, könnte ISON mit einem großem Schweif am Himmel stehen. Nach dem 7.12. fällt seine Helligkeit allerdings wieder rapide ab, dafür steigt er aber am Nordhimmel höher und höher und wird ab dem 23.12. sogar zirkumpolar, geht also nachts gar nicht mehr unter. Seine Helligkeit dürfte bis Ende des Jahres auf ca. 6 mag. fallen. Er ist dann immer noch ein gutes Beobachtungsziel für Fernglas- und Teleskopbesitzer sowie Astrofotografen!

Aktuelle Infos und viele Bilder von den Kometen findet man auch stets auf unserer facebook-Seite unter https://www.facebook.com/IsonKomet

Viel Erfolg und Glück bei der Kometenjagd!
Christian Preuß

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